Night of the Ghoul (Rezension)

Night of the Ghoul Beitragsbild

B-Movie Klischees modern zubereitet

Night of the Ghoul von Scott Snyder und Francesco Francavilla lässt die Herzen von B-Movie-Fans höher schlagen. Mit der deutschen Ausgabe, erschienen beim Splitter Verlag, wagen wir uns in eine Welt voller wandelnder Toten und ominöser Kulte.

Ein Filmnerd und eine dunkle Verschwörung

Der Filmnerd Forest Inman findet zufällig Originalaufnahmen eines nie beendeten sagenumwobenen Horrorfilms des legendären Regisseurs T. F. Merritt. Inman begibt sich auf Spurensuche und findet heraus, dass Merritt mittlerweile in einem Altenheim in einem abgelegenen Teil der Wüste untergebracht ist. Den Besuch dieses Heims plant Inman als Roadtrip mit seinem Sohn. Doch schon bald verfliegt die Ausflugsstimmung und Inman und sein Sohn werden mit merkwürdigen Entwicklungen konfrontiert. In diesem Heim läuft offensichtlich einiges anders als gedacht…

Mehrere Erzählebenen und eine Ode an Genreklassiker

Scott Snyder nutzt in Night of the Ghoul mehrere Erzählebenen. Zum einen geht es um Inmans Besuch des Altenheimes in der Gegenwart und zum anderen gibt es Einblicke in den Film Night of the Ghoul und seine Entstehungsgeschichte. Die Rückblenden werden dabei in Sepia dargestellt, was der Story ordentlich Atmosphäre verleiht. Die Metaebene enthält viele Anspielungen auf Genreklassiker. Snyder erfindet das Rad nicht neu, aber gefällt sich selbst darin, mit besagten Genreklischees zu spielen. Er mischt Mythologie und Archäologie, Zweiter Weltkrieg und Untote zu einem B-Movie-Potpourri. Natürlich gibt es auch eine Professorin, die Spezialisten auf dem Gebiet von alten Totenkulten ist… kennt man, macht aber trotzdem Freude!

Der Finsternis ein Gesicht geben

Die Zeichnungen von Francesco Francavilla schaffen es, eine düstere Atmosphäre zu generieren. Dabei inszeniert er den Charakter des Regisseurs T. F. Merrit so gruselig, dass die Szenen im Altenheim den Horror ordentlich vorantreiben. Dabei gestaltet Francavilla die Panels sehr düster und gibt Schatten viel Raum. Insgesamt fängt er damit den Horror der Story adäquat ein. Einziges Manko ist, dass die digitalen Zeichnungen manchmal etwas zu flach und wenig organisch wirken. Eine organischere Inszenierung hätte dem Horror noch mehr Auftrieb verleihen können. Vielleicht liegt diese Kritik aber auch an meiner Begeisterung für die organischeren Illustrationen in „Tales from the Crypt“, ein historisches Vorbild für etwaige Genrevertreter.

Für Genrefans eine klare Empfehlung

Fans von B-Movies und der damit verbundenen Ästhetik, werden hier ihre wahre Freude erleben. Scott Snyder greift in charmanter Art und Weise Genreklischees auf und mischt einen B-Movie-Genre-Cocktail, den du besser nicht auf leeren Magen genießt. Die Zeichnungen von Francavilla sind atmosphärisch und seine Inszenierung der Charaktere tragen eklatant zum Horror bei. Auch wenn es ein paar Punkte Abzug für die etwas flachen digitalen Zeichnungen gibt. Die Story bietet mehrere Erzählebenen und unerwartete Wendungen, was dem Leseerlebnis eine erstaunliche Qualität verleiht, handelt es sich bei diesem Genre doch oft eher um flache Kost. Menschen, die mit diesem Genre wenig anfangen können, werden die Geschichte vielleicht als etwas zu absurd einstufen. Man muss sich schon auf die Grundsätze des Genres einlassen, dann bieten Snyder und Francavilla hier einen nischigen Lesespaß.

Night of the Ghoul

ISBN: 978-3-98721-235-2

Erschienen am: 21.02.2024

Szenario Scott Snyder

Zeichnung Francesco Francavilla

Übersetzg. Katrin Aust

Einband Hardcover, Bookformat

Seitenzahl 176

Band 1 von 1

© Splitter Verlag
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